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03.05.2010

Lesezeit: etwa 10 Minuten

Wie die EU deutsche Metzger ruiniert

Vier Monate sind vergangen seit dem endgültigen Inkrafttreten der EU-Verordnung 853/2004. Dieses Meisterstück aus dem Hause der bürokratischen Kulturvernichter zu Brüssel schreibt vor, daß Metzger und Lebensmittelhändler in der Europäischen Union eine EU-Zulassung brauchen, die sich vor allem auf den hygienischen Bereich bezieht. Die Initiatoren jubeln, daß damit ein entscheidender Schritt gelungen sei, um die Lebensmittelstandards europaweit zu vereinheitlichen.

Doch nicht jedermann konnte sich darüber freuen. Insbesondere kleine Metzgereien hatten mit den Vorschriften zur Erlangung der Zulassung zu kämpfen, für die die vierjährige „Schonfrist“ am 1. Januar 2010 ablief. Seither dürfen Metzger nur noch mit dem Segen von Brüssel selbst schlachten. Die Verordnung sieht unter anderem vor, daß in einem Fleischerbetrieb für die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung drei getrennte und exakt in dieser Reihenfolge angeordnete Räume existieren müssen.

Teilweise hatten die Betriebe keine größeren Schwierigkeiten, die Zulassung zu bekommen. Doch zahlreiche kleine Metzgereien versuchten gar nicht erst, an eine Zulassung zu gelangen, weil die Vorschriften mit Umbaumaßnahmen in Höhe von sechsstelligen Summen verbunden gewesen wären. Und nachdem es in der Finanzkrise zwar dreistellige Milliardenbürgschaften für angeschlagene Banken, jedoch kaum zumutbare Kreditbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen gibt, kapitulierte mancher Metzgermeister schon im Voraus und verzichtete auf die Zulassung. Beispielsweise wäre die Anschaffung von teuren Schleusen und Stiefelwaschanlagen zum Preis von 25.000 Euro selbst in Kleinstbetrieben vorgeschrieben.

Die großen Profiteure sind die Schlachthöfe. Denn nur weil die Metzgereien keine Zulassung haben heißt das nicht, daß sie die Tore schließen müssen. Die Zulassung betrifft nämlich nur die Schlachtung und Verarbeitung, nicht den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren an sich. Der einzige Ausweg ist es also, das Vieh zum nächstgrößeren Schlachthof zu fahren und dort gegen Geld die Arbeit machen zu lassen, die man sonst über Generationen hinweg in der heimischen Metzgerei erledigte.

Nun mag das Schlachten in den großen Schlachthöfen wirtschaftlicher sein – hinsichtlich Tierschutz und Ethik sprechen gewaltige Gründe dagegen. Nicht nur, weil mit dem Wachsen der Schlachtfabriken und dem Absterben der kleinen Metzgereien auch ein Teil der bäuerlich-dörflichen Kultur Bayerns verloren geht. Der Verfasser kennt einen Fleischkontrolleur, der für das Veterinäramt des Landkreises arbeitet, und weiß daher aus erster Hand, wie es in den großen Schlachtfabriken zugeht. Auf eine hochindustrialisierte Weise werden hier in einer Nacht mehrere Tausend Rinder oder Schweine geschlachtet. Wie am Fließband werden die Tiere getötet, ausgenommen und verarbeitet. Die Arbeit ist ein Knochenjob und wird zu einem großen Teil von unterbezahlten Ausländern gemacht. Diese Leute werden regelmäßig psychologisch betreut.

Wenn sich die EU auch nur einen Deut um soziale Belange scheren würde, dann gäbe es längst Verordnungen, die solche Zustände zu bessern versuchten, anstatt Dorfmetzger mit bürokratischen Schikanen zu plagen. Doch es geht wie immer nur ums Geld. Der kleine Fleischer hat keine Lobby in Europas erlauchter Hauptstadt Brüssel und so nimmt man grauenvolle Arbeitsbedingungen zu Dumpinglöhnen und eine schaudererregende Form der Massentierhaltung in Kauf, obwohl der Kunde diese ablehnt. Weil sich damit ein gutes Geld verdienen läßt, wird man auch vergeblich darauf warten, daß bei Fleisch- und Wurstwaren eine ähnliche Kennzeichnungspflicht kommt wie es sie bei Hühnereiern seit mehreren Jahren gibt.

Auch duldet man stillschweigend, daß die neue Verordnung zu vermehrten Tiertransporten und damit neben einer stärkeren Umweltbelastung auch zu einer verminderten Qualität des Endprodukts geführt hat, weil die Tiere unter dem wachsenden Streß Hormone ausschütten, die im Fleisch nachweisbar sind.

Infolge der EU-Verordnung hat mancher Metzger auf die heimische Schlachtung verzichtet, obwohl es im Betrieb über Jahrzehnte nicht die geringsten hygienischen Mängel gab. Wo über Generationen der Sohn beim Vater in die Lehre ging und den Betrieb später übernahm, karrt man nun das Schlachtvieh in die Stadt – oder macht die Schotten ganz dicht. Als direkte Folge werden sogar die kleinen Landwirtschaften stillgelegt, weil es im Dorf keinen Metzger mehr gibt, der das Vieh abnimmt.

Wie viele Metzger seither auf Schlachtung im eigenen Betrieb verzichten, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen. Auf eine Anfrage beim zuständigen Landesministerium erhielt der Verfasser zwar die Information, daß weit über 90 Prozent der Betriebe, die die Zulassung beantragten, diese auch bekommen hätten. Doch auf die ausdrückliche Frage, wie viele Fleischerbetriebe erst gar keinen Antrag gestellt hätten, übte man sich in Schweigen.

Tatsache ist aber: Vom Inkrafttreten der Verordnung bis zum August 2009 hatten erst 40 Prozent der betroffenen Fleischerbetriebe die Zulassung beantragt. Im Landkreis Nürnberger Land gab der Leiter des Veterinäramts Dr. Günther Linz Anfang 2010 an, daß von vormals über 80 Betrieben mit heimischer Schlachtung nur noch 43 übriggeblieben sind – eine für Dr. Linz „nicht ganz zufriedenstellende Zahl“! Was sitzen da nur für Menschen in den Ämtern?! Man darf annehmen, daß die Quote in anderen Landkreisen ähnlich aussieht. Ein Drittel bis die Hälfte der Metzgereien haben die Schlachtung im eigenen Betrieb aufgegeben.

Die EU-Verordnung 853/2004 offenbart das Wesen dieses Systems. Wenn es darum geht, kleine und traditionsreiche Familienunternehmen zu drangsalieren, kann es mit Qualität und Hygiene nicht genau genug gehen. Wenn man aber den deutschen Mittelstand durch den Import von Scheinselbständigen schädigen kann, dann wird ein lästiges Hindernis wie der bis 2004 in Deutschland gültige Meisterzwang, der bis dato ein Garant für Qualität war, schnell mal aus dem Weg geräumt. Dahinter steckt immer Lobbyarbeit im großen Stil – mit dem erklärten Ziel, alles, was der Vorherrschaft der Großen im Wege steht, beiseite zu schaffen.

-Vier Monate sind vergangen seit dem endgültigen Inkrafttreten der EU-Verordnung 853/2004. Dieses Meisterstück aus dem Hause der bürokratischen Kulturvernichter zu Brüssel schreibt vor, daß Metzger und Lebensmittelhändler in der Europäischen Union eine EU-Zulassung brauchen, die sich vor allem auf den hygienischen Bereich bezieht. Die Initiatoren jubeln, daß damit ein entscheidender Schritt gelungen sei, um die Lebensmittelstandards europaweit zu vereinheitlichen.

Doch nicht jedermann konnte sich darüber freuen. Insbesondere kleine Metzgereien hatten mit den Vorschriften zur Erlangung der Zulassung zu kämpfen, für die die vierjährige "Schonfrist" am 1. Januar 2010 ablief. Seither dürfen Metzger nur noch mit dem Segen von Brüssel selbst schlachten. Die Verordnung sieht unter anderem vor, daß in einem Fleischerbetrieb für die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung drei getrennte und exakt in dieser Reihenfolge angeordnete Räume existieren müssen.

Teilweise hatten die Betriebe keine größeren Schwierigkeiten, die Zulassung zu bekommen. Doch zahlreiche kleine Metzgereien versuchten gar nicht erst, an eine Zulassung zu gelangen, weil die Vorschriften mit Umbaumaßnahmen in Höhe von sechsstelligen Summen verbunden gewesen wären. Und nachdem es in der Finanzkrise zwar dreistellige Milliardenbürgschaften für angeschlagene Banken, jedoch kaum zumutbare Kreditbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen gibt, kapitulierte mancher Metzgermeister schon im Voraus und verzichtete auf die Zulassung. Beispielsweise wäre die Anschaffung von teuren Schleusen und Stiefelwaschanlagen zum Preis von 25.000 Euro selbst in Kleinstbetrieben vorgeschrieben.

Die großen Profiteure sind die Schlachthöfe. Denn nur weil die Metzgereien keine Zulassung haben heißt das nicht, daß sie die Tore schließen müssen. Die Zulassung betrifft nämlich nur die Schlachtung und Verarbeitung, nicht den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren an sich. Der einzige Ausweg ist es also, das Vieh zum nächstgrößeren Schlachthof zu fahren und dort gegen Geld die Arbeit machen zu lassen, die man sonst über Generationen hinweg in der heimischen Metzgerei erledigte.

Nun mag das Schlachten in den großen Schlachthöfen wirtschaftlicher sein - hinsichtlich Tierschutz und Ethik sprechen gewaltige Gründe dagegen. Nicht nur, weil mit dem Wachsen der Schlachtfabriken und dem Absterben der kleinen Metzgereien auch ein Teil der bäuerlich-dörflichen Kultur Bayerns verloren geht. Der Verfasser kennt einen Fleischkontrolleur, der für das Veterinäramt des Landkreises arbeitet, und weiß daher aus erster Hand, wie es in den großen Schlachtfabriken zugeht. Auf eine hochindustrialisierte Weise werden hier in einer Nacht mehrere Tausend Rinder oder Schweine geschlachtet. Wie am Fließband werden die Tiere getötet, ausgenommen und verarbeitet. Die Arbeit ist ein Knochenjob und wird zu einem großen Teil von unterbezahlten Ausländern gemacht. Diese Leute werden regelmäßig psychologisch betreut.

Wenn sich die EU auch nur einen Deut um soziale Belange scheren würde, dann gäbe es längst Verordnungen, die solche Zustände zu bessern versuchten, anstatt Dorfmetzger mit bürokratischen Schikanen zu plagen. Doch es geht wie immer nur ums Geld. Der kleine Fleischer hat keine Lobby in Europas erlauchter Hauptstadt Brüssel und so nimmt man grauenvolle Arbeitsbedingungen zu Dumpinglöhnen und eine schaudererregende Form der Massentierhaltung in Kauf, obwohl der Kunde diese ablehnt. Weil sich damit ein gutes Geld verdienen läßt, wird man auch vergeblich darauf warten, daß bei Fleisch- und Wurstwaren eine ähnliche Kennzeichnungspflicht kommt wie es sie bei Hühnereiern seit mehreren Jahren gibt.

Auch duldet man stillschweigend, daß die neue Verordnung zu vermehrten Tiertransporten und damit neben einer stärkeren Umweltbelastung auch zu einer verminderten Qualität des Endprodukts geführt hat, weil die Tiere unter dem wachsenden Streß Hormone ausschütten, die im Fleisch nachweisbar sind.

Infolge der EU-Verordnung hat mancher Metzger auf die heimische Schlachtung verzichtet, obwohl es im Betrieb über Jahrzehnte nicht die geringsten hygienischen Mängel gab. Wo über Generationen der Sohn beim Vater in die Lehre ging und den Betrieb später übernahm, karrt man nun das Schlachtvieh in die Stadt - oder macht die Schotten ganz dicht. Als direkte Folge werden sogar die kleinen Landwirtschaften stillgelegt, weil es im Dorf keinen Metzger mehr gibt, der das Vieh abnimmt.

Wie viele Metzger seither auf Schlachtung im eigenen Betrieb verzichten, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen. Auf eine Anfrage beim zuständigen Landesministerium erhielt der Verfasser zwar die Information, daß weit über 90 Prozent der Betriebe, die die Zulassung beantragten, diese auch bekommen hätten. Doch auf die ausdrückliche Frage, wie viele Fleischerbetriebe erst gar keinen Antrag gestellt hätten, übte man sich in Schweigen.

Tatsache ist aber: Vom Inkrafttreten der Verordnung bis zum August 2009 hatten erst 40 Prozent der betroffenen Fleischerbetriebe die Zulassung beantragt. Im Landkreis Nürnberger Land gab der Leiter des Veterinäramts Dr. Günther Linz Anfang 2010 an, daß von vormals über 80 Betrieben mit heimischer Schlachtung nur noch 43 übriggeblieben sind - eine für Dr. Linz "nicht ganz zufriedenstellende Zahl"! Was sitzen da nur für Menschen in den Ämtern?! Man darf annehmen, daß die Quote in anderen Landkreisen ähnlich aussieht. Ein Drittel bis die Hälfte der Metzgereien haben die Schlachtung im eigenen Betrieb aufgegeben.

Die EU-Verordnung 853/2004 offenbart das Wesen dieses Systems. Wenn es darum geht, kleine und traditionsreiche Familienunternehmen zu drangsalieren, kann es mit Qualität und Hygiene nicht genau genug gehen. Wenn man aber den deutschen Mittelstand durch den Import von Scheinselbständigen schädigen kann, dann wird ein lästiges Hindernis wie der bis 2004 in Deutschland gültige Meisterzwang, der bis dato ein Garant für Qualität war, schnell mal aus dem Weg geräumt. Dahinter steckt immer Lobbyarbeit im großen Stil - mit dem erklärten Ziel, alles, was der Vorherrschaft der Großen im Wege steht, beiseite zu schaffen.


Quelle:http://www.npd-bayern.de/
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