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03.08.2014

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Freispruch für Deutschland

Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird mit antideutschen Geschichtslügen aufgeräumt

Klarstellungen des sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten und Historikers Jürgen Gansel zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges heute vor hundert Jahren:


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war noch allen Deutschen bewußt, welchen Anteil die anderen europäischen Großmächte am Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatten. Erst nach 1945 mit der einsetzenden Umerziehung und der Umpolung der Geschichtswissenschaft im Gefolge der 68er-Unruhen wurde hierzulande wahrheitswidrig dem Kaiserreich die Hauptschuld, ja sogar Alleinschuld am Kriegsausbruch angedichtet.

Wie bestellt zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs findet ein geschichtspolitischer Paradigmenwechsel statt, der einem moralischen Freispruch für das des Bellizismus verdächtigten Deutschland gleichkommt. Dessen wirkmächtiger Anreger, um nicht das inflationierte Wort vom „Tabubrecher“ zu gebrauchen, ist Professor Christopher Clark von der Universität Cambridge. Schon mit seinen Büchern „Preußen. Aufstieg und Niedergang“ und „Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers“ sorgte der ausgewiesene Preußen-Kenner für Unruhe in Feuilletons und Universitäten, wo die neurotische Schuld-Anklägerei vom Dritten Reich längst auf das deutsche Kaiserreich ausgedehnt wurde.

Clarks neuestes Buch „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ ist nicht nur ein verdienter Verkaufserfolg für den mutigen Geschichtsrevisionisten, sondern hat eine mächtige Schneise in das Dickicht antideutscher Geschichtslügen geschlagen. In deren Mittelpunkt steht in puncto Kriegsschuld 1914 das zweifelhafte Buch „Der Griff nach der Weltmacht“ (1961) des Hamburgers Fritz Fischer, der dem deutschen Kaiserreich unter krasser Ausblendung der internationalen Gemengelage sowie der Aggressions- und Interessenpolitik der Entente-Mächte die Hauptschuld an der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan) gab. In seinem Nachfolgewerk „Krieg der Illusionen“ von 1969 radikalisierte Fischer seine abstruse These vom kriegerischen Weltherrschaftsstreben des Kaiserreichs sogar noch, um der linksverstrahlten Studentenschaft zu gefallen. Jetzt behauptete Fischer allen Ernstes die deutsche Alleinschuld am Ersten Weltkrieg und erteilte damit allen anderen Kriegsparteien – ausgenommen natürlich der deutsche Verbündete Österreich-Ungarn – die Absolution.

Lobeshymnen für Clark

Mit der Fischer-Lüge von der deutschen Kriegstreiberei räumt Christopher Clark nun gründlich auf und richtet den Blick auf das kriegsauslösende Treiben serbischer Chauvinisten. Selbst dem neudeutschen Schuldkult verpflichtete Medien sind angesichts des Buches „Die Schlafwandler“ ziemlich aus dem Häuschen und nennen es „eine Wucht“ („SZ“) und eine „umfangreiche Neuinterpretation“ der Kriegsschuldfrage („Frankfurter Rundschau“). Ausgerechnet die ARD lobt, daß das Buch „mit dem seit Jahrzehnten geltenden Dogma von der deutschen Alleinschuld“ bricht.

Dieser Dogmen-Verlust zeigt sich auch an den Befunden einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Demnach sehen 58 Prozent der Befragten die Verantwortung für den Kriegsausbruch 1914 bei allen beteiligten Staaten. 19 Prozent huldigen noch der Mär von Fritz Fischer und geben ihrem eigenen Land die Hauptschuld, neun Prozent der Befragten hingegen einer anderen kriegführenden Nation.

In einem Interview erläuterte Christopher Clark seine Sicht auf die deutsche Rolle vor dem Kriegsausbruch. Angesprochen auf die Fischer-These von 1961 erklärte er: „Diese lautet bei meinen anglophonen Kollegen etwa so: Russen, Franzosen oder Briten haben Dummheiten gemacht – doch nur die Deutschen wollten den Krieg und nur sie haben ihn herbeigeführt. (…) Deutschland trug zwar zur Entstehung des Krieges bei und trägt folglich eine Mitschuld, aber mehr nicht. Es gab keine deutsche Verschwörung zum Krieg. Deutschland wollte Großmacht sein, deshalb verhielt es sich wie eine Großmacht. Die deutsche Politik blieb völlig im Rahmen der Zeit.“

Zur Politik des kaiserlichen Deutschlands führte Clark aus: „Richtig ist, daß es eine deutsche ‚Weltpolitik‘ proklamierte. Resultat waren ein paar Kolonien im Pazifik und in Afrika. Im Ganzen sehr dürftig. Kein Vergleich zu den etablierten Weltmächten. Ich frage meine Studenten gern: Was war der Unterschied zwischen der damaligen britischen und der deutschen Flotte? Die britische war stets im Einsatz, die deutsche dagegen kaum. Das gleiche gilt für die britische und deutsche Armee.“

Von einer gebührenfinanzierten ZDF-Redakteurin wurde Christopher Clark wegen solcher Aussagen prompt vorgeworfen, er „nehme Deutschland zu sehr in Schutz“. Vor dem Professor aus Cambridge hatte bereits sein Landsmann Niall Fergusson mit seinem Werk „Der falsche Krieg“ (1999) die Schuldkarten neu verteilt. Moderat revisionistische Duftnoten setzen aktuell auch Herfried Münkler in seinem Werk „Der große Krieg“ und der Leipziger Historiker Konrad Canis mit seinen Arbeiten zur Außenpolitik des Kaiserreichs.

Zusammenfallendes Lügengebäude

Genau hundert Jahre nach dem Kriegsausbruch werden reihenweise Sprengsätze an das Lügengebäude des Geschichtsanklägers Fritz Fischer gelegt. Dessen absurde These, wonach Kaiser Wilhelm II. samt Militärs und Industriellen schon im Jahr 1912 aus Weltherrschaftsgelüsten den Krieg gewollt hätte, wird durch die vorgenannten Autoren überzeugend auseinandergenommen.
Thorsten Hinz hat in der „Jungen Freiheit“ dazu geschrieben: „Fischer hatte mit seinem Buch ‚Griff nach der Weltmacht‘ keinen Schlüssel geliefert, um die Geschichte des Weltkriegs zu verstehen. Er sorgte jedoch für ein reines Gewissen, indem er dessen unmittelbare und ferne Folgen für Deutschland legitimierte: Wenn das Deutsche Reich am Krieg die Alleinschuld trug, dann hatten die Deutschen keinen Grund, sich über den Versailler Vertrag zu beklagen, und die innenpolitische Radikalisierung, die in der nationalsozialistischen Machtergreifung mündete, war einzig und allein ihrer Verstocktheit zuzuschreiben. (…) Zum Umfeld des Krieges gehören die Pariser Vorortverträge, die das besiegte Deutschland knebelten und in Mittel- und Südosteuropa mehrere Klein- und Kunststaaten installierten, die sich wegen der programmierten Nationalitätenkonflikte zu kontinentalen Eiterherden entwickelten.“

Als neues Grundlagenwerk ist übrigens „Versailles und die Folgen. Außenpolitik zwischen Revisionismus und Veränderung 1919 – 1933“ aus der Feder von Hans-Christof Kraus zu empfehlen. Er zeigt sine ira et studio, wie die Bestimmungen des Versailler Diktatfriedens das deutsche Volk demütigten und welcher irrationale Haß die siegreichen Entente-Mächte anleitete.

Bündnisse und Kriegsziele

Selbst ohne diese wertvollen Neuerscheinungen läßt sich die Frage der Kriegsschuld klar im Sinne eines Freispruches für Deutschland beantworten. Es reicht ein Blick auf die Bündniskonstellationen und Kriegsziele der europäischen Großmächte vor 1914. 1892 kam es zur Militärkonvention zwischen Frankreich und Rußland, 1904 schlossen die bisherigen Kolonialgegner Großbritannien und Frankreich die „Entente cordiale“, und 1907 einigten sich auch Großbritannien und Rußland auf einen Interessenausgleich. Nach den Bündnisschlüssen Frankreichs, Rußlands und Großbritanniens stand bereits im Jahr 1907 die Kriegskoalition gegen Deutschland (die Triple-Entente) – die Einkreisung des Reiches in der Mitte Europas war perfekt.

Alle drei Hauptgegner Deutschlands hatten lange vor Kriegsausbruch feste Ziele, zu deren Verwirklichung sie das Deutsche Reich niederwerfen mußten. Frankreich sann auf Rache für die Kriegsniederlage 1870-71, wollte die Rückgewinnung Elsaß-Lothringens und die Besetzung des linken Rheinufers zur dauerhaften Schwächung des östlichen Nachbarn. Großbritannien, das um die Jahrhundertwende von Deutschland im Welthandel überflügelt worden war, wollte den lästigen Wirtschaftskonkurrenten ausschalten. Rußland wiederum hatte es auf die Zerschlagung des deutschen Verbündeten Österreich-Ungarn abgesehen, um sich auf dem Balkan gemäß der Ideologie des Panslawismus als Schutzmacht der dortigen Slawen etablieren zu können. Außerdem zielte das Zarenreich auf eine bessere geostrategische Ausgangslage für den Kampf gegen das Osmanische Reich um die Vorherrschaft im Schwarzen Meer und an den Meerengen.

Viele Staatsmänner wollten also den Krieg, aber trotz manch undiplomatischer Äußerung nicht der deutsche Kaiser. Selbst der „Spiegel“ schrieb unlängst in seiner Artikelserie über den Ersten Weltkrieg: „Von Kaiser Wilhelm II. ist überliefert, er habe Tränen in den Augen gehabt, als er die deutsche Mobilmachung unterzeichnete.“

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